Die Sympathie

Eigentlich ganz einfach. Sucht euch jemanden der euch sympathisch ist! Jemanden mit dem ihr gerne den ganzen Tag verbringen würdet. Der Fotograf sollte wie ein Freund sein, jemand den ihr zu Eurer Hochzeit eingeladen hättet. Er begleitet euch tagsüber, ist bei allen emotionalen Momenten dabei, noch viel mehr als die Trauzeugen oder die anderen Gäste. Ihr müsst dem Fotografen vertrauen, sonst fühlt ihr euch unwohl, gerade auch bei den intimen Momenten wie der Einkleidung. Wollt Ihr da jemanden der euch auf die Nerven geht, jemanden der die ganze Zeit mieselsüchtig dreinschaut oder gar schlecht gelaunt ist, weil er am Wochenende arbeiten „muss“? Ein Fotograf soll zurückhaltend und unauffällig agieren und nicht die ganze Zeit hektisch Anweisungen geben. Das ist zwar nicht leicht im Vorfeld abzuklären, aber sprecht doch diese Themen im Vorgespräch an. Oder fragt bei den Paaren nach, welche schon mit dem Fotografen geshootet haben.

Das Portfolio

Natürlich ist ein Portfolio, welches euch gefällt, eine Grundvoraussetzung bei der Auswahl. Schaut euch aber unbedingt einige komplette Reportagen an und nicht nur die 10 „Best of“ Bilder. Gefällt euch der Look der Fotos, wurden die die Gefühle und Emotionen des Tages gut eingefangen? Gibt es Bilder von lachenden Gästen, Erinnerungsfotos der Location und der Tafel? Sind die vielen kleinen Details gut festgehalten, die ihr vorher ja akribisch geplant und ausgewählt habt? Viele Bilder könnt ihr euch aber nur beim Fotografen direkt ansehen, da ja nicht alle im Internet gezeigt werden können. Also unbedingt ein Vorgespräch einplanen.

Das Kennenlernen

Ein persönliches Treffen ist meiner Meinung nach unverzichtbar, oder falls das Aufgrund zu großer Distanzen nicht geht, ist zumindest ein Gespräch über Skype anzustreben, um zu sehen, ob man sich wirklich sympathisch ist. Denn gute Bilder können nur dann entstehen, wenn die Chemie zwischen euch und dem Fotografen stimmt. Außerdem könnt ihr euch Muster von Fotobüchern, Großformatige Ausdrucke, Danksagungskarten etc. ansehen. Wenn ihr den ersten Kontakt mit einem euch unbekannten Fotografen aufnehmt, erzählt ein wenig über euch, wer ihr seid und was ihr so vorhabt. Es kommt nicht besonders gut an, wenn ihr einfach eine Mail per Copy & Paste an 10 Fotografen sendet um eine Preisliste anzufordern. Ich denke ein paar persönliche Zeilen sind nicht zu viel verlangt, ihr erwartet dies auch von eurem Fotografen.

Heinz hat doch auch eine tolle Kamera!?

Der Hochzeitsfotograf bietet euch den ganzen Tag volle Aufmerksamkeit, das ist möglicherweise 14 Stunden harte Arbeit. Alle Fotos müssen anschließend in mehrtägiger Arbeit selektiert und bearbeitet werden, viele Dinge, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht. Wenn ich auf einer Hochzeit als Gast eingeladen bin und gefragt werde ob ich Fotos mache, lehne ich das generell ab. Als Gast möchte ich die Hochzeit genießen und mit anderen plaudern. Als Fotograf muss man genau wissen, wann was auf einer Hochzeit passiert, man hat Verantwortung und soll auch bei widrigen Bedingungen prima Fotos abliefern. Die tolle Kamera ist nicht das entscheidende Kriterium. Wenn jemand einen tollen neuen Herd hat, heißt das noch lange nicht, dass er auch kochen kann, oder?

Was darf so eine Hochzeit kosten? Das erfahrt ihr in einem anderen Blog Beitrag in Kürze.